Montag, 24. März 2014

"Premium-Burger bei Fast-Food-Kette"

titelt heute 20Min auf der Frontseite und berichtet dann (zweimal, nämlich auf der Frontseite und nochmals auf S. 13 im Wirtschaftsbund):

- wie er heisst
- was er kostet
- von wem er "entworfen" wurde
- warum er lanciert wird
- was alles drin ist
- welche neuen Beilagen es dazu gibt
- und dass "grosse strukturelle Umstellungen" in den Zubereitunsabläufen nötig waren, welche "im McDonald's-eigenen Innovationscenter in Chicago optimiert" wurden. (20Min. Wil-Winterthur, 24.3.2014, S. 1 & 13)

Was 20Min NICHT schreibt: wie viel Geld oder Werbezusagen dieses Product Placement bringt. Oder ob sich irgendwer auf der Redaktion für diese Form von Journalismus schämt. Journalismus in Anführungszeichen natürlich.



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Dienstag, 18. März 2014

Wie-durch-ein-Wunder-Watch

Bei Wolfenschiessen bleibt ein Gleitschirmpilot mit seinem Schirm 60 Meter über dem Boden in den Seilen einer Bergbahn hängen. Feuerwehr & Rega versuchen zweieinhalb Stunden lang erfolglos, ihn zu bergen. Schliesslich gelingt es dem Piloten, sich abzuseilen. Grosses Drama, und wir warten auf die obligate Wie-Durch-Ein-Wunder-Diagnose, denn der Mann ist unverletzt.

Aber wie durch ein Wunder schafft es 20Min heute fast ohne Metaphysik und schreibt:
"Er blieb mit viel Glück unverletzt." (20Min., Wil-Winterthur, 18.3.2014, p. 2)
Bleibt die Frage, ob man eine solche Situation nicht auch ohne Glück überstehen kann, ausgerüstet einfach nur mit Intelligenz, einem klaren Kopf, technischer Versiertheit und einem Schweizer Taschenmesser. Für die 20Minuten-Voodoo-Redaktion undenkbar.

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