"Ich kenne 20Minuten von meinem Schulweg seit der ersten Klasse. Damals konnten meine Freunde und ich noch nicht lesen. Wir stoppten beim Kasten und nahmen uns je eine Zeitung heraus. Damit spielten wir lesende Erwachsene" (20Min, Wil-Winterthur, 8.12.2014, s. 5)
Ich mag diesen Bericht. Er ist härzig. Er bringt aber auch das Geschäftsmodell von '20Minuten' auf den Punkt: 20Minuten ist eine Zeitung für Erstklässler, die Erwachsene spielen. Es geht um die Form, um den Gestus des Erwachsen-Seins. So tun, als würde man lesen. Das ist die Erfahrung, die 20Minuten den Pendlern an den Bahnhöfen bietet; wie Lesende zu wirken. Das Gelesene ist unwichtig.
Anders aber als die ehemalige Erstklässlerin Leonie Camenzind, die jetzt ein Teenager ist und lesen kann und sich weiter verändert, entwickelt und reift, muss 20Min auf immer ein Teenager bleiben, der so tut als würde er schreiben.
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