es ans Gymi" meldet 20Minuten heute auf der Frontseite. Das Thema ist eine Goldgrube: es ist ein Trend ("immer mehr/weniger/häufiger/seltener/"), es gibt haufenweise Experten (den Lehrerinnenverbandspräsidenten Beat 'In-unserem-Schulhaus-musste-ein-Teil-der-Bubentoiletten-zu-Mädchentoiletten-umfunktioniert-werden' Zemp, den Präsidenten des Vereins Männer.ch Markus 'Buben-lernen-anders-als-Mädchen' Theunert und den St. Galler Mittelschul-Amtsleiter Christoph 'Es-würde-mich-reizen-,-einen-Versuch-zu-starten-und-wissenschaftlich-zu-begleiten' Mattle), und jeder kann zu allem eine Meinung haben, ohne etwas belegen zu müssen, z. Bsp: Liegt wirklich ein Trend vor? Ist ein Mädchenanteil von "über 55%" wirklich alarmierend? Ist Russlands Schulsystem wirklich ein gutes Vorbild?
Angst macht dann aber die Drohung von 20Minuten auf der Titelseite: "20Minuten startet heute bei den Usern eine grosse Umfrage, wie man das Schulsystem modernisieren könnte".
Bitte nicht noch moderner. Und bitte nicht von 20Minuten-Onlinern geplant.
Mittwoch, 24. April 2013
Dienstag, 23. April 2013
Donnerstag, 18. April 2013
Knaller und Bomber
Unfreiwillig unsensibel - und berückend poetisch. Blick, Bahnhofunterführung Wil, Donnerstag, 18.4.2013
Mittwoch, 17. April 2013
Dienstag, 16. April 2013
Leader bei den Leadern (und den Top-Leadern!)
ist 20Minuten offenbar gemäss Wemf ("AG für Werbemedienforschung). Die Wemf - so informiert 20Minuten weiter - ermittelt nämlich alle 2 Jahre die "Lesegewohnheiten von Menschen [...] die mehr als 100000 Franken verdienen und eine Kaderposition innehaben". Und 20Minuten bringt es in diesem Segment auf die im Vergleich mit allen Schweizer Printmedien grösste Reichweite, nämlich 38 Prozent.
Was genau "lesen" in diesem Kontext bedeutet, deutscht 20Minuten nicht weiter aus - dafür überschüttet Chefredaktor Marco Boselli sein Blatt (und implizit sich selbst) mit Lob bzw. bewirbt seine von Werbung finanzierte Werbeplattform:
Nach der ersten Frustration darüber, dass die Schweiz wirtschaftlich und politisch offenbar von Menschen mit recht niedrigen Ansprüchen und ohne Qualitätsbewustsein geführt wird, kommt der Medienwissenschaftler Björn von Rimscha (Uni Zürich) zu Hilfe: Nämlich 20Minuten zitiert ihn mit der Aussage (und schiesst sich damit selber in den Fuss):
Und Alexander Tschäppät (SP) und Doris Fiala (FDP) und Natalie Rickli (SVP)? Sie werden sich hüten, dem grössten Deutschschweizer Stimmungsmacher in die Suppe zu spucken und winden sich in ihren Stellungnahmen zum tollen Resultat mit Formulierungen, die als Lob durchgehen können und doch ein Hintertürchen offen lassen:
Eben.
Alle Zitate: (20Minuten, 16.4.2013, Wil-Winterthur, S. 2)
If it's free, you're not the customer. You're the product being sold.
Was genau "lesen" in diesem Kontext bedeutet, deutscht 20Minuten nicht weiter aus - dafür überschüttet Chefredaktor Marco Boselli sein Blatt (und implizit sich selbst) mit Lob bzw. bewirbt seine von Werbung finanzierte Werbeplattform:
" .... mit dem für uns typischen ... schnellen und unterhaltsamen ... Informations- und Recherchejournalismus... Qualitätsstandard gesetzt ... von Leadern und Top-Leadern geschätzt..."M. Boselli lehnt sich mit seinem Weihrauchfässchen dabei recht weit aus dem Fenster, denn es ist unklar, ob die Wemf-Studie tatsächlich die Präferenzen von Leadern und Top-Leadern je separat erhebt und ob der Umstand, dass sie es lesen tatsächlich den Schluss zulässt, dass Leader das Blatt auch schätzen.
Nach der ersten Frustration darüber, dass die Schweiz wirtschaftlich und politisch offenbar von Menschen mit recht niedrigen Ansprüchen und ohne Qualitätsbewustsein geführt wird, kommt der Medienwissenschaftler Björn von Rimscha (Uni Zürich) zu Hilfe: Nämlich 20Minuten zitiert ihn mit der Aussage (und schiesst sich damit selber in den Fuss):
"Leader müssen wissen, was Follower beschäftigt. In diesem Sinne ist die Lektüre von 20Minuten Pflicht für Führungskräfte".Touché, Mr. Bond.
Und Alexander Tschäppät (SP) und Doris Fiala (FDP) und Natalie Rickli (SVP)? Sie werden sich hüten, dem grössten Deutschschweizer Stimmungsmacher in die Suppe zu spucken und winden sich in ihren Stellungnahmen zum tollen Resultat mit Formulierungen, die als Lob durchgehen können und doch ein Hintertürchen offen lassen:
"Immer wenn ich Zug fahre, schnappe ich mir ein 20Minuten. [...]" (Ricklin)Bleiben zum Schluss Herbert Bolliger und Jürg Schmid, die ebenfalls einen Kommentar abgeben. Und was können der Chef der Migros und der Direktor von Tourismus Schweiz wohl für einen Eindruck haben von einer Zeitung, deren existentieller Kern das Verkaufen ist?
"Als Politikerin kann ich gar nicht auf 20Minuten verzichten." (Fiala)
"[20Minuten] gibt mir einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen [...]" (Tschäppät)
Eben.
Alle Zitate: (20Minuten, 16.4.2013, Wil-Winterthur, S. 2)
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Dienstag, 9. April 2013
"Der Frühling steht endlich vor der Tür"
stellt 20Minuten heute, am 9. April 2013, auf der Titelseite fest. Nur: Dass er vor der Tür steht, der Frühling, hat jeder gewusst und niemand bezweifelt. Das Problem mit dem Frühling dieses Jahr ist, dass er nicht reinkommen will. Das Problem mit 20Minuten jedes Jahr ist, dass die Zeitung das Eine nicht vom Andern unterscheiden kann. (9.4.2013, Wil-Winterthur, S. 1)
Montag, 8. April 2013
Paarhufer
- und zwar eine ganze Herde - haben mich heute früh beim zMorgen besucht. Fast hätte ich 20Minuten angerufen und mich als Leserreporter beworben; aber dann habe ich sie einfach friedlich grasen lassen:
Donnerstag, 4. April 2013
Kult-Regisseur dreht Werbespot!!!
Tessin Tourismus, so steht's im 20Minuten heute, arbeitet an einem Werbespot für widerspenstige Deutschschweizer. Regelmässige 20Minuten-Leser treffen im Artikel auf einen alten Bekannten, nämlich:
"Den Werbespot hat Kult-Regisseur Michael Steiner ("Grounding", "Mein Name ist Eugen", "Missenmassaker") [...] gedreht". (20Minuten, 04.04.2013 Wil-Winterthur, S. 13)Für Steiner maulwurfen offenbar in der 20Minuten-Redaktion mehrere IMs, anders ist die hohe Dichte an Steiner-News nicht zu erklären. Und wenn es einem IM gelingt, *Steiner* und *Kult* und *Regisseur* im gleichen Satz unterzubringen, so darf er zum Lohn ein Wochenende in den Westen. In die BRD. Bananen kaufen gehen und guten Kaffee.
Mittwoch, 3. April 2013
Wie ein Drogenrausch
sei der Film "Holy Motors" von Leos Carax, findet 20Minuten. Nicht ganz auf das Niveau eines Drogenrausches bringt es die Besprechung des Films. Sie - die Filmkritik - erinnert an ein kleines Holztürmchen aus Allgemeinplätzen, mit einem joghurtweissen Fähnchen obendrauf - einem Fähnchen aus weltweisem Geraune. Hören wir also zu:
If it's free you're not the customer; you're the product being sold.
"Oscar ist alleine, nur Celine begleitet ihn. Was soll das alles? Nun, "holy Monster" ist ein Film wie ein Drogenrausch. Er verstört, irritiert, begeistert. Für Leute, die in einem Film Antworten suchen, ist er nicht gemacht. Diese Welt des Monsieur Oscar ist so hinzunehmen, wie sie ist. Wenn man sich darauf einlässt, wird man aber mit allerlei Humor und Poesie belohnt." (20Minuten, 02.04.2013, S. 15, Wil-Winterthur)Wer begleitet wird ist nicht *alleine*, niemand sucht in einem Film *Antworten* - dafür gibt's die Zentralbibliothek und Google -, *verstört, irritiert, begeistert* sind Plakativwörter, mit denen man in Stadtzürcher Liegenschaften bereits Wohnungen tapeziert, *allerlei Humor und Poesie* liegt gefährlich nah bei *ein bunter Strauss von Volkstümlichen Schlagern*, und *... ist so hinzunehmen, wie sie ist* schreibt, wer auswegslos nichts mehr zu sagen weiss und sich trotzdem klüger findet. Klüger nämlich als die Leser.
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ein Dänisch-Plunder
"Hej! 20 Minuten spricht jetzt auch Dänisch"*meldet 20Minuten heute auf Seite 2 . Iritierend daran ist das "auch", suggeriert es doch, dass 20Minuten nebst Dänisch noch andere Sprachen spricht, z. Bsp. Deutsch.
*(20Minuten, 03.04.2013, S. 2. Wil-Winterthur)
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