Mittwoch, 27. März 2013

Wortsinn, wahr

20Minuten macht uns heute den Frühling mies, nämlich
"das Eiersuchen im Freien an Ostern fällt [...] im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser: im Flachland gibt es nämlich laut den Prognosen weit verbreitet Regen(...)" (20Minuten, 27.3.2013, Wil-Winterthur, S. 2)
Nicht im übertragenen Sinne also fällt die Eiersuche ins Wasser dieses Jahr, sondern im wahrsten Sinne des Wortes. Und der wahrste Sinn des Wortes "ins Wasser fallen" ist: etwas fällt - d. h. wird durch die Erdanziehungskraft in Bewegung gesetzt - bis es in einer Wassermasse landet. Gemäss 20Minuten also wird es - das Eiersuchen - dieses Jahr, beschleunigt von der Erdanziehungskraft, in Richtung Erdmittelpunkt fallen bis es von einer Wassermasse abgebremst wird.

Hmmm. Relativ unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist, dass dieses Jahr recht wenige Menschen im Freien eine Eiersuche organisieren. Es soll nämlich regnen. Damit fällt die Eiersuche aber nicht im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Sondern im übertragenen Sinne. Und um das auszudrücken, kann man schreiben: Die Eiersuche im Freien fällt dieses Jahr vermutlich ins Wasser. Es regnet nämlich. Jeder versteht die Anspielung. Wir sind nicht blöd.

Die Gratiszeitung 20Minuten übrigens ist im wahrsten Sinne des Wortes wertlos.

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