In St. Gallen rumort es: während der letzten zwei Tage hörte man immer wieder rumpelnde Geräusche von Dachlawinen, die plötzlich auf die Strasse donnerten. Eine veritable Naturgefahr mitten in der Stadt: Die Lawinen bestehen teils aus kiloschweren Eisbrocken. (20Min, 08.03.2013, Wil-Winterthur, p. 2)Dachlawinen setzen ein Dach voraus, und Dächer gehören nicht zum Reich der Natur sondern sind ein Kulturgut. Dachlawinen gehören also zur Stadt, und sind nicht eine Naturgefahr, die von aussen kommt - zum Beispiel vom Wald, oder aus dem Gebirge. Liest man den Satz so, dass "Naturgefahr" sich nur auf das Nomen "Eisbrocken"bezieht, dann bleibt das Problem, dass damit keine Naturgefahr identifiziert ist. Also: Eisbrocken an sich sind keine Naturgefahr, und wenn sie vom Dach fallen, sind sie nichts stadtfremdes. Das Äquivalent im Naturreich wäre zudem Stein- oder Eisschlag und nicht eine Lawine. Auf jeden Fall können wir die Aufregung abblasen: keine veritable Naturgefahr mitten in der Stadt. Eine Stadtgefahr. Stadttypisch. So fies.
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