Dienstag, 25. Juni 2013

"Hätte Ausschaffungsinitiative den Kindsmord verhindert?"

fragt 20Minuten heute auf S. 9. Gemeint ist die Ausschaffung des Mannes, der vor einigen Tagen während eines Polizeieinsatzes seinen 1-jährigen Sohn erstochen hat und den 20Minuten uns als "der 29-jährige Kindsmörder L.K." vorstellt.

Die 20Minütige These geht so:
Der Mann hatte vor 10 Jahren - als 19-Jähriger - einen Raubüberfall begangen. "Wären damals schon Ausschaffungsgesetzte nach dem Gusto der SVP in Kraft gewesen" - so formuliert 20Minuten - dann hätte der Mann die Schweiz für "bis zu 15 Jahre" verlassen müssen, und es "wäre womöglich nie zum tödlichen Drama gekommen".

20Minuten schiebt dann zwei Stellungnahmen nach, eine von rechts (Nationalrat SVP) und eine von links (Nationalrat SP). Und beide Nationalräte spielen das Gedankenexperiment mit, der eine, indem er einschränkt, es sei 'schwierig, einen Entscheid der Justiz mit fast zehn Jahren Abstand zu beurteilen' und es hätte möglicherweise damals 'strafmildernde Umstände' gegeben, der andere mit der Aussage: 'Der Mann wäre ausgeschafft worden und hätte entsprechen hier gar kein Kind zeugen und töten können' und weiteren Ausführungen über die Absicht der SVP, die Gesellschaft zu schützen.

Was beide Nationalräte auf die 20Minuten-Anfrage NICHT geantwortet haben, ist: 'Schämen sie sich, so eine dumme, gemeine, unanständige, sinnlose, kindische Frage zu stellen; schämen sie sich, aus diesem persönlichen Drama ein politisches Gedankenspielchen zu fabrizieren; ich werde mich auf dieses Gespräch nicht einlassen, schämen sie sich.' 

If it's free, you're not the customer; you're the product being sold.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen