Und dann dieser eigenartige Satz:
"Der 25-jährige Vater war zwar Soldat, spielte zuletzt aber nur noch in einer Militärkapelle." (20Minuten, Wil-Winterthur, 24.5.2013, S. 1)Will 20Minuten damit sagen, er war kein 'richtiger' Soldat? Er hat immerhin in Afghanistan Dienst geleistet, wie andere Zeitungen wissen. Und steht es 20Minuten zu, die genaue Funktion des Soldaten mit "zuletzt nur noch" zu werten? War Lady Di bei ihrem Tod 'nur noch' eine Ex-Prinzessin? Überhaupt ist die starke Einschränkung im Satz mit Hilfe von gleich drei Konjunktionen augenfällig (zwar / aber / nur). Sie richtet sich offenbar gegen die Aussage der mutmasslichen Täter, sie hätten einen Soldaten töten wollen und ihre Tat sei die Reaktion auf Taten des Militärs in Afghanistan. Aber warum begibt sich 20Minuten auf das Argumentationsniveau der Täter ?
Der Artikel ist in der Wortwahl der Sache und dem Opfer gegenüber respektlos. Damit - weil er der Sache gegenüber respektlos ist - zeigt er auch gegenüber den Leserinnen und Lesern keinen Respekt. 2 Männer begehen einen Mord, den sie als politische Tat und als Beitrag an die Befreiung eines islamischen Landes ausgeben, den die übrige Welt aber als sinnlose Tat sieht. Muss man das als verbalen Video-Ego-Shooter berichten? Und hätte 20Minuten es so berichtet, wenn die Täter Weisse gewesen wären und das Opfer schwarz oder braun?
Glenn Greenwald über die Frage, ob man die Tat Terrorismus nennen kann
Apache gun camera
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